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21,03,29
Der männliche Komplex
Die #MeToo-Debatte trieft vor Empörung und Moralismus, bringt aber keinerlei substantielle Erkenntnis über das „Warum“. Wie kann es sein, dass bedeutende Künstler ihre Machtposition so schamlos ‚ausnutzen‘, um an Weiber dranzukommen? – Da sieht man mal wieder: Patriarchat, Frauenunterdrückung, triebgesteuert, Testosteron usw.
Ich denke, dass dies eine blinde Sichtweise ist. Fangen wir mal ganz klein an.
Klein Hänschen kommt in die Pubertät und interessiert sich für Mädchen. Gut & schön. Nun tauchen 3 Probleme vor ihm auf: 1. Hänschen hat keine Lebenserfahrung 2. Hänschen muss aktiv sein, während Gretel drauf wartet, was Hänschen nun anstellt 3. Da Hänschen sich entweder überhaupt nicht anstellt, war‘s das halt für Gretel, oder aber Hänschen stellt sich doof an und Gretel will das nicht.
Inzwischen fängt Hans täglich an zu wixxen, was er eigentlich als Niederlage und Versagen ansieht. Darüber schämt er sich. Gleichzeitig ist das Thema ‚Sexualität‘ und ‚Liebe‘ ringsum das Thema No. 1. Des Weiteren bringt ihn die Wixxerei auf die traumatisierende Frustrationsschiene des Hyper-Sexualinteresses. Hans robbt sich in den nächsten Jahren langsam vorwärts; er kriegt mehr Lebenserfahrung und es gelingt ihm hin und wieder tatsächlich mal einen reinzukriegen. Das läuft denn immer so weiter, bis er eine feste Freundin hat. Dann erst wird das etwas mehr zur Routine. Das ändert aber nix daran, dass er nun auf der Schiene des ständigen Sexualinteresses gelandet ist – ganz unabhängig von seiner Freundin, da er bei jeder Gelegenheit bereit ist, fremdzugehen. Das also ist der ‚männliche Komplex‘.
Dieser Komplex kann sich noch verschärfen, wenn der älter werdende Hans sich vorstellt, was er alles versäumt hat, was er alles falsch gemacht hat, und wie er das heutzutage, mit seinem Wissen und seiner Erfahrung, viel ‚erfolgreicher‘ anstellen würde. Wieviel Weiber an ihm interessiert waren – und er hat versagt! Was für ein Glück, dass er auch ab und zu nicht versagt hat. Trotzdem sind vor allem die frustrierenden Phantasien der Motor, dass der Komplex ihn dominiert.
Und dieser hier beschriebene männliche Komplex ist meiner Ansicht nach der Grund, warum Männer in bewundernswerten Machtpositionen übergriffig werden.
Ich denke, dass es bei den Schwulen analog das Problem von Hänschen und Kurtchen gab. (Ist Kurtchen ebenfalls homomäßig interessiert?) Sodass sich also bei dem normalen Schwulen ein analoger Komplex aufgrund von traumatisierender Frustration aufbaute. Das macht dann viele Schwule ebenfalls sehr sexbesessen.
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